
ergnot - Kapitel 8
ie Berge sind vergessen. Das Hochtor, der Reichenstein, die Kare, die Schluchten, die Wände und Gipfel. Und wenn der Engl wirklich dann und wann einmal während der Arbeit kurz zu ihnen hinauf schaut, dann sieht er sie kaum. Er hat vergessen, daß sie noch wenigen Wochen gelockt, gerufen haben - er hat alles vergessen.
r arbeitet die ganze Woche wie ein Besessener und jeden Samstag rennt er den vielstündigen Weg durch den Wald, um ein paar Stunden bei der Lore zu sein, in irgend einem versteckten Winkel einer einsamen Alm.
s ist eine Unrast und eine Wildheit in ihm, die ihn forttreibt..... Stumm und starr stehen die Berge. Schauen herab auf die winzigen Menschlein, die wie Ameisen zu ihren Füssen krabbeln. Schauen nach dem helläugigen Burschen, der ihnen den Rücken kehrt und zu seinem Mädel rennt. Und wenn er einmal einen trotzigen Juchzer zu ihnen hinaufschickt, dann geben sie ihm Antwort:
Du gehörst uns - du kommst wieder - Aber der hört nichts als das Rauschen seines Blutes, das "Lore" und immer nur "Lore" schreit.....
arüber ist der Herbst gekommen und die Almen werden mählich leer und still. Halb lustig, halb traurig singt die Vronerl auf der Niederalm:
er Summa is aus, i muass obi ins Tal, -
pfüat Gott, liabe Alm, pfüat Gott tausendmal...
abei bindet sie den Kühen die bunten Kränze aus Bergkraut und Astern zwischen die Hörner und die großen roten Herzen mit dem Spieglein in der Mitte. Der Jungstier kriegt sogar ein Bäumel mit vielen bunten Papierbändern.
ann setzt sich der Zug in Bewegung, voran die alte Schecke mit der großen Glocke: bam - bam - bam... hinter ihr die anderen Kühe mit den kleineren Glocken, die hell durcheinander bimmeln; zum Schluß das Jungvieh und ein paar kleine Kalbinnen. Aber jedes hat sein Kranzl, denn die Vroni ist eine brave und tüchtige Sennerin, es ist ihr kein Stückl abgekugelt über die Felsen und keines hingeworden, drum darf sie ihr Vieh mit buntem Schmuck behängen und stolz heimkehren auf den Hof.
ie Tinerl auf der Hochalm hat Unglück gehabt, der Blitz hat ihr zwei Küh erschlagen und nun muss sie ihre Herde ohne Kranz und Bänder heimtreiben...
och einmal hallt der Wald von den hellen Liedern, vom Dröhnen und Scheppern der großen und kleinen Herdenglocken - dann ist die Alm still und verlassen. Die Vögel sind verstummt, nur der Hühnerhabicht schreit und der Nusshäher krächzt.
uch im Holzschlag sind sie fertig geworden, zu Haufen türmen sich Rinden und Reisig: die geschälten und zugeschnittenen Stämme leuchten in ihrer Vielzahl bis ins Tal hinunter.
un sind die Holzknechte dabei, die "Riesen" zu bauen, die aus Stämmen zusammengefügte breite Gleitrinne; wenn dann der Herbstregen einsetzt, werden die Blöche darin zu Tal sausen und weithin wird das Rollen und Donnern zu hören sein. Der Engl arbeitet für drei, ihm gehts nur um eins: verdienen, verdienen!
r wird die Lore bald heiraten, bis zum Advent wird es wohl möglich sein. Wenn sie auch immer so gschamig tut, wenn er vom Heiraten redet; aber das ist wohl bei den Weiberleuten so der Brauch....
reilich, mit dem Sonnlechner wird das noch Schwierigkeiten haben, - aber schließlich kommt es darauf an, ob die Lore will; und die will schon, obwohl sie dann das stolze, schöne Sonnlehen verlassen muß und mit ihm in das kleine Häusel in der Krumau ziehen wird, das er samt den zwei Kühen pachten will...
ore, meine Lore, denkt er zärtlich, ist wohl ein bissl schwer für dich, statt der Grossbauerntochter wirst eine Kleinkeuschlerin... Aber sollst es nit bereuen, das schwör i dir! Arbeiten tu i für drei und mehr wenns sein muss. Wir werden zufrieden und glücklich sein, wir haben uns ja gern!
och wuchtiger haut er die Hacken ins Holz, dass die Splitter spritzen. Es ist höchste Zeit zum Heiraten, denkt er, dieses Heimlichtun und nur ein paar Stunden am Sonntag - das geht nicht. Noch dazu, wo die Vroni das Vieh schon abgetrieben hat von der Alm und die Lore nun keinen Grund mehr hat, jeden Samstag hinauf zu rennen. Auch so kann man sich draussen bald nicht mehr treffen, die Nächte werden schon kalt und feucht. Und dass sie sich irgendwo unten treffen, das will die Lore durchaus nicht; hat halt Angst vorm Vater, das Hascherl, das liebe.
etzten Samstag, als er von ihr Abschied nahm oben in dem alten Heustadel, der den ganzen Sommer ihr gemeinsames Liebesnest war, hat sie gar geweint: Engl, mein Herzbub, mein lieber, wir dürfen uns jetzt vielleicht lang nicht sehn, Ich kann dem Vater nicht mehr sagen, dass ich zur Vroni geh. Aber ich werd schon irgend einen Ausweg finden und dann schick ich dir Post. Aber komm nicht aufs Sonnlehen und nicht nach Admont, bevor ich dich ruf... bitte, bitte! Versprich mirs, denk an den Vater!
abei hat sie ihn gehalst und geküsst, bis er alles versprochen hat, was sie wollte. Sie hat ja nur Angst um ihn, wegen dem Vater! Aber bald ist Hochzeit und dann gehört die Lore vor aller Welt zu ihm und kein Mensch wird sie ihm wegnehmen können! Vielleicht kann er dann vor lauter Glück sogar dem Sonnlechner verzeihen!
bwohl er sich vorgenommen hat, den Samstag und Sonntag einfach auf seiner Pritsche zu verschlafen, lässt es ihm doch keine Ruh. Sein Körper, seine Seele, es ist ein einziger Schrei nach Lore... und wenn er auch versprochen hat, sie nicht zu suchen, ehe sie ihn ruft, er möchte doch wenigstens sein Gesicht auf das Heu legen, auf dem sie geruht - da wird er ihr näher sein, als hier in der einsamen Holzerhütte... Also geht er wieder seinen gewohnten Weg, hofft heimlich auf das Wunder, dass sie doch kommen würde wie bisher - dass auch sie die Sehnsucht herauftreibt nach ihm, ganz gleich, was kommt... aber es gibt keine Wunder.
r muss sich begnügen mit den Spuren ihrer Schuhe in der weichen Erde vor der Hütte, mit dem Heu, auf dem sie gelegen in seliger Lust - aber er bleibt allein und kämpft das übermächtige Verlangen nach ihr gewaltsam nieder.
ie folgende Woche will schier kein Ende nehmen. Immer wieder schaut er nach einem Wurzengraber, einem Pechhacker oder einem Jäger aus, der ihm Botschaft bringen könnte von der Lore. Aber der Samstag kommt und kein Zeichen von ihr. Da wirft er schon am halben Vormittag sein Arbeitszeug in die Hütte, kümmert sich nicht um den kopfschüttelnden Wastl, nicht um den boshaft grinsenden Michl, sagt kurz "pfüat enk" und rennt davon.
ennt so ungestüm über den Waldweg, dass ihm die Haselzweige schmerzhaft ins Gesicht schlagen und das Brombeergerank seine Füsse zerkratzt; er spürt es nicht.
anchmal fällt mit leisem Rascheln ein gelbes Blatt zur Erde, manchmal flattert erschreckt ein großer Vogel auf... manchmal huscht ein Eichhörnchen knapp vor ihm über den Weg und flitzt fauchend am nächsten Baumstamm in die Höhe. Die Elstern und Häher schimpfen aufgebracht hinter ihm drein. Er hört und sieht nichts und rennt weiter,
rotzdem - es ist halt Herbst und die Dämmerung bricht früh herein. So flammen in Admont schon die ersten Lichter auf, wie er den Weg von der Kematen herunter läuft. Er nimmt sich vor, gleich die Abkürzung durch den stiftischen Meierhof zu nehmen und quer über die Felder direkt auf das Sonnlehen zu. Wer weiss, ob der Alte daheim ist - und wenn schon, er wird halt stolz und grad sagen, was er will. Und sobald wie möglich wird geheiratet!
m Gehen schaut er an sich herunter. Wenn man im Halbdunkel auch nimmer viel sieht, er muss doch feststellen, wie ein Brautwerber schaut er ja grad nicht aus. In seinen Schlaghosen und der pechigen, zerscheuerten Joppe. Aber in der Brusttaschen hat er fast den ganzen Arbeitslohn seit dem Frühjahr und der reicht gern für ein neues Gewand zum Heiraten und fürs Nötigste zum Anfangen!
r stellt sich das erschreckte Gesicht der Lore vor, wenn er nun plötzlich vor ihr stehen wird - aber sie wird glücklich zu ihm auflächeln, wenn sie sieht, dass es nun wirklich bald ernst wird!
nd der Sonnlechner, wenn er Manderl machen will, der soll was erleben! Ein zweitesmal wird er ihm nicht die Peitsche ins Gesicht schlagen!
m Hofrichterhaus vorbeihastend, hört er aus dem Salzinger - Wirtshaus die Bauernmusik spielen, Weibergekreisch und Männerlachen. Er bleibt einen Augenblick stehen und wischt mit dem Handrücken über die Stirn. Knapp vor ihm, unter den Bäumen im Marienpark, stehen Brettergerüste, Zelte und Buden. O Himmelseiten, heut ist ja der erste Oktobersamstag, seit eh und je der Admonter Jahrmarktstag! Und da sollt die Lore nicht beim "Kirtatanz" sein?!
r hat sein Werktagsgewand vergessen, steht schon beim Salzinger in der Wirtsstubentür. Die Tische sind an die Wand gerückt, schwere Bauernschuhe stampfen im Polkatanz über den ausgetretenen Fussboden. Bunte Röcke bauschen sich und seidene Schürzenbänder flattern. Die Musik scheppert und die Stube ist voll Weindunst und Pfeifenqualm.
er Engl steht gross und grad im Türrahmen und sein Blick geht suchend über die Köpfe der sich drängenden, von Tanz und Wein erhitzten Paare - und findet, was er sucht. Dort hinten, ziemlich im Eck, schöner als alle, im blauschillernden Kleid aus schwerer Brokatseide, mit der goldenen Haarkrone, ist die Lore.
ehnt im Arm eines derben, vierschrötigen Mannes mit weingerötetem Gesicht und feisten Backen. Wiegt sich zierlich im Tanzschritt, hat den Kopf kokett zurück gebogen und lacht strahlend zu dem fetten Kerl hinauf.
em Engl fährt ein Stich durch die Brust - seine Lippen werden schmal, das Kinn schiebt sich vor und die Stirnadern schwellen. Er kümmert sich nicht um die Musik und zwängt sich, mit den Ellbogen stossend, durch die Tanzenden. Er überragt alle und lässt die Lore nicht aus den Augen; schert sich den Teufel um das rauflustige "hö!" der Burschen, die er beiseite schiebt.
ein Blut siedet - das rote Schmalzgesicht mit den verschwimmenden Schweinsäuglein - das ist doch der Viehhändler Kaltweiner, der öfter auf das Sonnlehen kam? Was hat die Lore mit dem zu schaffen? Wie er sie an sich presst mit seinen breiten, fleischigen Pranken - was hat er ihr denn immer in die Ohren zu flüstern? Und die Lore - sie lässt sich das gefallen?! Lehnt sich an ihn und lacht ihn an?!
is er sich durchgearbeitet hat zu dem Paar, ist der Tanz aus und da geschieht es - einen Schritt vor ihm umschlingt der dicke Viehhändler die Lore und gibt ihr ein Bussl! Und sie legt die Arme um seinen Hals und hält ihm ihren roten, lachenden Mund willig entgegen! Gar nicht gschamig und verlegen, sondern offen vor allen Leuten!
"Lore!" brüllt er auf.
Sie zuckt zusammen, ihr Gesicht wird einen Schein blasser, für einen Augenblick malen sich Schrecken und Ratlosigkeit in ihren Zügen. Einen Herzschlag lang sehen sie einander in die Augen.
eiss wie ein Leintuch ist der Engl, in seinen Augen stehen Fassungslosigkeit, Verzweiflung, wilder, brennender Schmerz. Ratlos, erstarrt sucht er die Seele in den unergründlichen Mädchenaugen, die fast grün schimmern.
till ist es geworden im Saal, die Paare schieben sich im Halbkreis um die drei, neugierig, flüsternd, tuschelnd. Der Viehhändler duckt sich ein wenig, wie ein wütender Stier vor dem Angriff. In den Augen der Lore blitzt es auf. Sie legt ihre weissen, schlanken Finger beruhigend auf den Mund des Dicken, lehnt sich gegen seine breite Brust und sagt mit fremder, kalter Stimme: "Was willst du von mir?"
er Engl bewegt wohl die Lippen, aber es kommt kein Laut, kein Wort. Der Viehhändler rückt näher, packt ihn am ärmel: "Na, Bürschlein - was willst du von meiner Braut?!" Es klingt drohend, rauflustig. Langsam löst der Engl seinen Blick von Lore, schaut in das gerötete, gedunsene Antlitz. Schüttelt mit einem Ruck die Hand von seinem ärmel und knallt dem Kaltweiner die Faust unter das Kinn, das er vor Schmerz und Wut aufbrüllt.
ine Unruhe entsteht, es sieht aus, als wollen die Umstehenden den Engl verprügeln. Aber der steht gross und steil in der Mitte und schaut sie alle mit seinen hellen Augen an, dass sie ein wenig verlegen herumschauen und keiner anfangen will. Die Lore macht ein ganz unschuldiges Gesicht, schaut mitleidig zum Engl auf und meint zu den anderen: "Gehts, lasst's 'n hinaus, er hat ja nit einmal was zum Anziehn..."
ie zunächst stehenden rücken zögernd zur Seite. Langsam bildet sich eine Gasse durch die Stube bis zur Tür. Die Dirndln hängen sich an ihre Burschen und flüstern ihnen zu: "Nit rafn!" und schauen dann halb mitleidig, halb bewundernd auf den schäbigen Holzknecht im Werktagsgewand mit dem hübschen Gesicht. Der steht noch immer stumm und unbeweglich vor der Lore. Schaut sie so durchdringend an, dass sie sich abwenden muss. So schmiegt sie sich wieder an ihren Viehhändler und lächelt zu ihm auf: "Siehst, Bertl, musst gut aufpassen auf mi. Der Engl da, den der Vater aus Barmherzigkeit aufgnommen hat, is schon so - bin ja noch a halberts Kind gwesn, is er mir schon nachgangen. Und später hat er mi dann so frech belästigt, dass 'n der Vater mit der Peitschn vom Hof hat jagen müssen..."
m den Engl fängt sich alles zu drehen an. Hundert Gesichter hat die Lore mit einemmal - die wirbeln alle um ihn herum - lachend, lockend, höhnisch, verächtlich... Hunderttausend Gesichter, dass er die Augen schliessen muss, um nichts mehr zu sehen...
r weiss nicht, wie er hinaus kommt. Wie ein Betrunkener taumelt er die schmale Gasse entlang, hört wie im Traum den Lichtmessbergerbach zu seiner Rechten rauschen und stolpert durch den finsteren Park. Wirft sich auf eine der Bänke unter den alten Kastanienbäumen und vergräbt aufstöhnend das Gesicht in den Händen. Leise fällt Blatt um Blatt. Und die kühle Herbstnacht umhüllt alles mit ihrem schwarzen Mantel.
ber dem einsamen, jungen Menschen auf der Bank bringt sie keinen Frieden. Die Uhr auf dem Kirchturm schlägt Mitternacht - vier helle und zwölf tiefe Schläge. So lange hocke ich schon auf der Bank? Aus dem nahen Wirtshaus klingen längst wieder die Tanzweisen, übermütiges Lachen schallt zu ihm herüber. O, die da drinnen - sie haben den kleinen Zwischenfall gewiss schon längst wieder vergessen. Und die Lore wird mit ihrem Bertl tanzen, ihm schmeichelnd zulächeln....
"...was willst du von meiner Braut..."
eine Braut! Meine Braut!
Lore, was hast du getan?!
Du, der einzige Mensch in meinem Leben, den ich geliebt habe? Immer, immer war ich allein - niemand hat mich gern gehabt - du hast mir das Paradies gezeigt, hast mir süsse Liebesworte gesagt... warst mein! - Mein!
nd das alles war nur ein Spiel für dich? Darum wolltest du, dass niemand, niemand davon erfährt, darum sollte ich dich nicht suchen!
nd ich blinder Narr - ich habe dich geliebt mit all meiner Kraft - ich hätte mich für dich in Stücke reissen lassen! Du hast mein Herz genommen - und mit tausend Freuden habe ich es dir geschenkt.
ber du hast nur gespielt damit, es war dir nur ein Zeitvertreib! Nun hat es für dich seinen Reiz verloren, nun wirfst du es achtlos in den Winkel - nackt und bloss hast du es hingeworfen vor die vielen neugierigen, lüsternen Augen, du hast es zertreten!
ie ich dich hasse, du!
Ein guter und anständiger Mensch wollte ich sein - für dich! Nun will ich nicht mehr - ich will kein Herz mehr haben, es soll ein kalter, lebloser Stein werden! Und du sollst büssen, was du getan, du und dein Vater! Und alle Welt soll büssen, auch wenn sie mit Fingern auf mich zeigen!
rschiessen werde ich dich und diesen feisten Kerl, und deinen Vater noch dazu! Und unter dem Galgen werde ich es noch hinausschreien, was du aus mir gemacht hast!
us dem Wirtshaus kommt ein Paar. Eng aneinander geschmiegt, nur schemenhaft zu sehen. Oft bleiben sie stehen, die zwei, man hört Gekicher und zärtliches Flüstern. Bist du es, Lore? - Du, Viehhändler, gib acht auf sie! - Gib acht! Vielleicht spielt sie auch mit dir nur und wirft dein Herz eines Tages achtlos fort... Aber du bist ja kein armer Bub, ohne Eltern und Heimat - du hast Geld und Gut und gewiss kein Herz, dass so weh, so weh tun kann...
r muss die Hände vor den Mund pressen, um nicht hinaus zu schreien in die Dunkelheit. Langsam verhallen die Schritte. Und der Engl hämmert mit den Fäusten gegen den rissigen Baumstamm und keucht nur immer: "...erschiessen - erschiessen..."
ieder öffnet sich die Wirtshaustür, Licht fällt in einem schrägen, gelben Streifen in die nachtdunkle Gasse. Lachend und lärmend drängen sich mehrere Paare heraus. Der da ratlos unter den Parkbäumen irrt, kann es nicht mehr ertragen. Er drückt die Fäuste gegen die Ohren und flüchtet in die Felder.
Wie über den Gesäusebergen das erste fahle Licht dämmert, schleicht er wie ein Dieb unter den Birken hin, zum Sonnlehen.
eht denn kein schützender Engel mit ihm in dieser seiner schwärzesten Nacht? Er weiss genau, wo der Sonnlechner seinen Stutzen hat. Ist keine Hand, die ihn zurück hält? Kein Licht, das ihm den Abgrund zeigt, auf den er zurennt, in ohnmächtiger Wut, in loderndem Hass, in brennendem Schmerz?
Fortsetzung Kapitel 9!