
iografie
artha Wölger wurde am 4. August 1920 im Freingraben bei Mariazell geboren.
n der Abgeschiedenheit dieses langgestreckten und tief eingeschnittenen Gebirgstales lernte sie schon früh die "Oanschicht" und auch die Liebe zur Natur kennen. Ihr Vater war Holzfäller, ihre Mutter bewirtschaftete überwiegend die kleine Nebenerwerbslandwirtschaft, die viel Schweiß abverlangte, aber nur wenig einbrachte.
och während ihrer Schulzeit zogen sie nach Rasing bei Mariazell, wo das Leben um vieles leichter war. Das nahe Mariazell, die Begegnung mit vielen Wallfahrern und die selbstverständliche Gläubigkeit ihrer Eltern begründeten ihren tiefen Glauben, an dem Sie auch in allen Höhen und Tiefen ihres Lebens festhielt.
päter arbeitete sie in einer Bäckerei. Im zweiten Weltkrieg wurde sie - als Rotkreuz-Schwester ausgebildet - bis nach Berlin beordert, wo sie auch den Einmarsch der Russen erlebte. Selber schwer erkrankt, gelang ihr dennoch eine abenteuerliche Flucht mit dem Fahrrad zurück in ihre steirische Heimat. Im Lazarett lernte sie ihren späteren Ehemann, den schwer kriegsversehrten Gärtnermeister Otto Wölger kennen. Mit ihm lebte sie zuerst in der Radmer bei Eisenerz, später in Haus im Ennstal und schließlich zogen sie in ein kleines Holzhäuschen auf dem Sonnberg in Hall bei Admont.
ier, ebenfalls wieder in der "Oanschicht", mit einem wunderbaren Blick auf Admont und die Gesäuseberge, erlebte sie wohl die Blüte ihrer Schaffenskraft. Bei der Hausarbeit - vor Allem aber in der Betreuung der fünf Kinder - wurde sie tatkräftig von ihrem Mann unterstützt. Nach und nach wurden ihre Kinder erwachsen, traten ins Berufsleben ein und gründeten eigene Familien, wodurch sie von Wien bis Vorarlberg über ganz Österreich verstreut wurden.
ls 1982 ihr Mann im Alter von 64 Jahren starb, begann für sie die Zeit der Einsamkeit. Zehn Jahre später, im Juni 1992 wurde auch ihr Schicksal durch ein plötzliches Herzversagen jäh besiegelt. So schlicht und einfach wie ihr ganzes, vom tiefen Glauben beseeltes Leben ist auch ihre letzte Ruhestätte auf dem kleinen Friedhof in Hall bei Admont, mit dem tröstenden, prophetischen Spruch: "Wird olls wieda guat". In ihrer Schreibtischlade hinterließ Sie noch - gleichsam als Abschiedsgeschenk - das folgende Gedicht in Schriftsprache:
ch liebte die Berge,
ich liebte den Wald,
ich liebte das Leben
in jeder Gestalt.
ie atmende Schöpfung
im Kommen und Geh'n
der Wesen und Pflanzen -
ich durfte sie seh'n.
ein Leben war selber
vom Ganzen ein Stück-
ich gebe es dankbar
dem Schöpfer zurück.