(Werke Nr. 15) aller Salzteufellauf

er Haller Salzteufellauf hat seine Wurzeln in der historischen Salzgewinnung. Der Ortsname Hall weist darauf ebenso hin wie die Vulgonamen Oberpfanner und Unterpfanner, die sich bis in unsere Zeit erhalten haben. Im Mittelpunkt steht der durch die Salzgewinnung zu schnellem Reichtum gelangte Ort, in dem der Teufel mit seinen Helfern leichtes Spiel mit Intrigen, Neid und Eifersucht hat. Einleitung:

"An guatn Obnd wünsch ma enk all
zan Kramperlgspiel ba uns in Hall.
Es soll enk zoagn wias is und woar
seit langer Zeit. Schon viele Joahr
hom Leut in unsrer Gegnd gwohnt,
joahrtausndlang woars Salz bekonnt,
was unsern Dorf in Nom hat gebn.
Von Anfang an, seit Menschn lebn,
seit unser Herr im Paradies
sei' ganze Schöpfung, olls wias is,
uns gebn hat, daß ma glückli san:
"Macht euch die Erde untertan."
wa's guat gwest - wa nit einigwuscht
der Teufl und hätt olls verpfuscht.
Hat groat, wia er va obn bis unt
der Menschheit 's Lebn versalzn kunnt.
Is Guats und Schlechts in unserer Welt,
der Mensch is zwischneini gstellt.
und heut is ja a bsondere Nacht,
da zoagt der Teufl, wiaras macht
und was er tuat und ausprobiert,
daß ma den rechtn Weg verliert.
Was ma enk zoagn, is nur a Gspiel,
mags jeder nehma, wiara will.
Glei wern die wildn Bartl kemma,
drum pfiat enk, i muaß Obschied nehma."

(Alle Krampusse kommen mit viel Lärm und Geschrei in den Hof gerannt und schreien abwechselnd durcheinander, im Hintergrund Luzifers Feuer)

"Höhö, haha, höhö, hoho,
mir Salzteufln san wieder do!"

1. Teufl:

Oamol in Joahr derf ma uns vüratraun
und lassn uns in dera Gstalt anschaun!

2. Teufl:

Oamol in Joahr, da müaß ma unsern Moaster,
ös kennts 'n eh, Luzifer hoaßt er,
va unserer Orbat an Bericht erstattn.

3, Teufl:

Va olln, was teuflisch is und wias uns gratn!

4. Teufl:

Ob er wohl zfriedn sein wird? Da kimmt er schon
Kemmts her, greifts zua,
mir baun eahm glei an Thron!

(Sie richten gemeinsam einen Sitz für Luzifer. Dieser nähert sich und schürt das Feuer zu heller Flamme)

Luzifer: 

I schür mei Feuer schon von Urzeit an.
Seit i selm gegn an Herrgott aufgmockt han
bin i verdammt, ausgspirrt va Liab und Freud
und will, daß's olln so geht, daß alle Leut
de finstere Stroßn mit mir wandern müassn,
und daß s' mit mir mein Stolz und Hochmuat büaßn.
Mag nit alloan sein in da Höll
und raf um jede Menschnseel.
San oa, de machn mirs ganz leicht,
bemirkn nix, wers da umschleicht
und moan, i hätt koan andern Zweck
wia oamol 's Joahr ols Kinaschreck.
Des paßt mir guat, des is ma recht,
so long mih koaner woahrhobn möcht
mag mir mei Werk am bestn glinga -
i bin der Durcheinanderbringa,
der Hintnuma, Streitvermehrer
und olls so stad, daß's koana kennt,
so lang mei Höllnfeuer brennt!

Hiaz her zu mir da, meine Gselln,
va enkra Orbat sollts verzöhln.

(Luzifer setzt sich auf den Thron, die Teufel nehmen vor ihm Aufstellung)

1. Teufel: 

I geh sunst nit so umanand
mit Hörndl, Schwoaf und Teuflsgwand
weil sih um sowas neamd mehr schert,
di Leut san jo so aufgeklärt!
Wia lusti is des ehnta gwesn,
hat neamb was gwißt van Schreibn und Lesn,
es klingt ma heut noh in die Ohrn
wia d' Fuhrleut mitn Salz san gfoahrn...
i hör noh hiaz eah Fluachn, Streitn
des woarn noh teuflisch guate Zeitn!
Doh heut`- Mir san auf jedn Fall
recht arme Teufln da in Hall.
Heut muaß sih unseroana duckn,
und umaschwanzln, obibuckn
mit Schöntoan, Schmeichln, fleißi lüagn -
und denna sans kam umazkriagn.
des is für unseroan koa Lebn,
kunnst ma koan andern Postn gebn?
Für mih wa's in der Stadt viel gscheiter,
schick mih auf Wean, va miraus weiter!

(....... abwechselnd Luzifer und verschiedene Teufel.....)

Im Anschluß an die Teufelszene tritt der Nikolaus auf, der die dunklen Gesellen vertreiben kann und Kinder wie Erwachsene zu mehr Nächstenliebe und Menschlichkeit aufruft.

St Nikolaus:

An Gruaß vom Himml bring i heut
für d'kloan und großn Haller Leut.
Die Kloan begrüaß i doppelt schön,
gern will i enk besuachn gehn.
Verlaß destwegn oamol im Joahr
mei schöne Himmlswohnung goar
und möcht enk Segn und Freud Beschern.
Zerscht möcht i aber ah was hörn,
wias eppa mitn Bravsein tuat?

(Kinder drängen sich im Halbkreis um den Nikolaus)

Alle Kinder:

Jogts bttschön zerscht die Krampus fuat!

Nikolaus:

Des Fuatjogn, Kinder, hätt koan Sinn.
Ihr wißts, warum i kemma bin,
möcht enk erinnern, möcht enk sogn:
der Mensch muaß sih ums Guate plogn,
es fallt eahm nix umsunst in Schoß.
Des Böse in der Welt is groß,
da nutzt koa Taubstelln, Augnzuamachn,
ganz gfahlt wa's, wollt ma drüber lachn
sagts mir, was wollts dagegn toa?

1. Kind:

Wir folgn nur Gott dem Herrn alloa,
der als des erst und größt Gebot
die Liab za eahm uns auftrogn hot.

Nikolaus:

Jo, so is's brav. Du woaßt es guat.
Wißts aber ah, wia ma des tuat?
Gott liabn - des wa jo gwiß nit schwa,
wann er als Mensch ba uns do wa'
wia selm, vor fast zwoatausnd Joahr.

2. Kind:

Wohl gwiß, daß des viel leichter woar.

Nikolaus:

Was moanst denn du, wia kunnt ma toa?

3. Kind:

Mir lebn nit nur für uns alloa,
solln nit nur an uns selber denkn.

4. Kind:

Va olln, was uns ghört, was verschenkn.

5. Kind:

Wanns not tuat, wen amol was leichn.

6. Kind:

Und was uns ärgert, schnell verzeichn.

7. Kind:

Die Krankn nit alloani lossn
und liab sein za die Kloan und Großn.
Des nimmt der Herr dann grad so an
als hätt ma's ganz eahm selber tan.

Nikolaus:

Jo, so is's recht, ihr wißts nit weng,
i han a rechte Freud mit enk.
Schleicht ah der böse Feind ums Haus,
gegn Glaubn und Liab richt er nix aus.
und halts enk dran a Lebtog lang,
is mir ums Haller Dorf nit bang.
Was Gott der Herr will, des wird gschehgn.
Aufs Joahr wern ma uns wiedersehgn.

(Gabenverteilung - Ende)