in Blick hinter die
Kulissen
ie bereits Prof. Heinrich Uray in
seiner Laudatio ausgedrückt hat, ist es Martha Wölger durchaus nicht
in die Wiege gelegt worden, daß sie eine Dichterin werden würde.
Aber in der Abgeschiedenheit des Freingrabens lernte sie schon früh,
die Natur zu beobachten, zu schauen, zu fragen und zu begreifen. Und
es ist wohl eine Gabe, Erlebtes, Erfühltes und Geschautes in Worte zu
kleiden und dichterisch aufzubereiten.
ber dennoch ist "dichten"
keine "Arbeit", die man nach Stundenleistung bemessen könnte.
Zumeist war der Auslöser für ein neues Werk durch die Auseinandersetzung
mit einem Thema gegeben. Martha Wölger hatte immer einen Bleistift oder
Kugelschreiber bei sich, sowie Schmierzettel irgendwelcher Art. Kamen ihre
Gedanken dann in Fluß, so notierte sie diese gleich oder bereits kurze
Zwei- oder Vierzeiler. Vieles kam wieder ins Stocken und wurde gleich vernichtet.
Manches nahm zwar Gestalt an, aber sie war mit dem Ergebnis nicht zufrieden
- das kam dann in eine eigene Mappe "Verpatztes", vielleicht, um
es später neu zu überarbeiten. Zuhause, abends, wenn die Kinder
schliefen, fand sie die Zeit, diese Schmierzettel zu überarbeiten, zu
ergänzen, zu ändern, auszuschmücken und zu verbessern. Der
folgenden Handschrift Martha Wölgers sieht man diese gedankliche Arbeit,
diesen "Entstehungsprozeß" an:
rößere Ansichten öffnen
- so es von Interesse sein sollte - in einem eigenen Fenster.
ar sie dann mit dem Rohentwurf zufrieden,
setzte sie sich an die Schreibmaschine und tippte das Manuskript ab. Aber
auch da gab es noch händische Korrekturen und Verbesserungen.
artha Wölger lernte in der Schule
noch die Kurrentschrift, wie dieses alte Gedicht mit einer Zeichnung von ihr,
verdeutlicht: