(Werke 03): Aus dem Buch: Unser liabe Frau
in Marienleben in steirischer
Mundart
Die heilige Nocht (Geburt Christi)
s geht schon zuwi auf die Zeit.
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Heint hot da Josef goar koa Freud,
ganz zomdruckt sitzt er in da Stubn
und roat und redt so umadum ...
Do sogt d'Maria: "Liaba Monn,
dih druckt wos, göl - i kenn dirs on.
I moan, a schlechte Post is kemma?"
"Maria - i muaß Obschied nehma.
Weil die Regierung hots befohln,
daß oll in d' Stodt zan Aufschreibn solln.
Wohl frali nur die Monnerleit,
nur, glei holt, in da nächstn Zeit!"
"Na, Josef, do gehst nit alloan!"
"Maria! Des willst wirkli toan?"
So herzli schaut s' 'n an, so woarm,
und legt eahm d' Hond so lind am Oarm
und sogt nur hoamli: "Woaßt, mih ziemt,
wann unser liaba Heiland kimmt,
auf den sih Erd und Himml gfrein -
do muaßt schon di der Erschte sein!"
n Josef keman d' Tränen
frei:
"A großes Opfer is dabei!
I bitt dih, tua dirs überlegn,
da Weg is schlecht und woach van Regn,
a in da Herberg is koa Ruah -
do gehts oft grob und grausli zua!"
"Tua dih nit sorgn, mei liaba Monn,
wirst sehgn, der Herr behüat uns schon!"
m andern Tog san s' auf da
Roas
in Wind und Regn. Es is koa Gspoaß.
Weit is da Weg und Nocht wirds bold,
da jungen Muatta is so kolt
und deutli gspürt's, es kimmt ihr Zeit.
Es wimmlt nur va lauter Leit,
sie klopfn ba 'na Herberg on -
umsunst! - Des drittemol hiaz schon.
Zleßt flüchtn s' in an oltn Stoll.
Längst is 's schon finster überoll.
Er holt a Stroh, legt Deckn drauf
und hängt a trüabs Laterndl auf.
Nimmt stad sein nossn Wettafleck
und kniat sih hintn in a Eck.-
m Mitternacht is 's Wunder
gschehgn!
Ma gspüart koan Wind mehr und koan Regn,
da olte Stoll is liacht und woarm -
Maria legt eahm 's Kind in Oarm.
In Kripperl schlofts sein erstn Schlof,
es warmans Esl, Ochs und Schof,
und übern Stolldoch steht a Stern.
Die Engl kann ma singen hörn:
"Ehre sei Gott und sein heilign Nom,
Friedn für oll, de an Willn dazua hom!"
a d' Engl homs zerscht glei
die Hirtn erfoahrn:
"Kemmts schnell, da Heiland is enk geborn!"
os woar des doh für a
selige Nocht!
Die Hirtn san kemma, hom ollahond brocht:
An Kas und an Butta, a Milch und an Sterz,
und 's Beste, wos s' ghobt hom, eah gläubiges Herz!
Hiaz knian s' vor den schlofadn Kinderl in Stroh.
Friedn auf Erdn - da Heiland is do!