EDANKEN ZUM FREUDENREICHEN ROSENKRANZ

rstes Geheimnis:

en du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast

"Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir" (Lk 1,28)

ir wollen die Mutter unseres Herrn durch ihr gesegnetes Jahr begleiten.

as ganze Jahr hindurch haben wir im Rosenkranzgebet den Engelsgruß wiederholt, aber nun, da wir das Geschehen dieser Stunde überdenken wollen, versagt unser menschliches Begreifen. Hier ist Maria herausgehoben vor allen Frauen, durch das ganz persönliche Eingreifen Gottes, das Einmalige, Unfaßbare, das nur durch IHN sein kann, dem "nichts unmöglich ist" (Lk 1,37).

ber Gott hat es seinen Auserwählten nie leicht gemacht.

"Sie aber erschrak..." (Lk 1,29).

ier ist sie wieder ganz unter uns, und wenn ihr Erschrecken auch anderer Art ist, sie weiß um unser Erschrecken, um unsere Ängste, wenn zum ersten Mal neues Leben sich ankündigt.

uch Maria war hineingestellt in das Leben ihrer Zeit, war Mensch unter Menschen - auch damals wurde das Besondere, Außergewöhnliche nicht verstanden. Ahnen wir, was für sie dahinterstand, wenn uns die Hl. Schrift kurz und knapp berichtet: "Josef, ihr Mann...gedachte sie heimlich zu entlassen..." (Mt 1,19).

er Freudenreiche Rosenkranz ist in besonderer Weise das Gebet der Mütter. In den Augen der Angehörigen Mariens vollzog sich alles genauso, wie es der Natur entspricht, das Wunder ihrer Erwählung blieb unsichtbar. Maria wußte wohl, was schon in der Zeit der Erwartung auf sie zukommen würde, aber sie stellte ihre Ängste und Befürchtungen zurück und sagte ihr "Ja".

ie, wenn sie nein gesagt hätte? Wenn sie sich entschuldigt hätte, wie wir es gerne tun, wenn etwas von uns erwartet wird, das uns aus dem Gewohnten herausreißt, das unsere festgelegten Bahnen sprengt, unser Ansehen, unsere Sicherheit gefährdet, unsere Bequemlichkeit stört?

as geschieht, wenn eine Mutter "nein" sagt zu einem Kinde?

un, wir merken die Lücke nicht, die dadurch entsteht, weil wir nichts wissen von den ganz bestimmten Aufgaben, die Gott diesem ganz bestimmten Menschen zugedacht hätte. Wir wissen nichts, weil wir über unseren eigenen, kleinen Raum, über unsere eigene, so eng begrenzte Zeit nicht hinaussehen können.

ber vielleicht erkennen wir einmal, später, wenn unsere Dimensionen andere, größere geworden sind, wie eigenmächtig wir nicht nur in Gottes Pläne, sondern auch in ein Stück Menschheitsgeschichte eingegriffen haben. Denn, fragen wir uns, wie wären wir, wer wären wir, wenn nur ein Elternpaar in der Reihe unserer Vorfahren "nein" gesagt hätte? Oder die Eltern des liebsten Menschen, der uns alles bedeutet?

enn nach einem nicht angenommenen Kinde auch noch mehrere andere kämen, es wäre doch nicht dieses eine, unwiederholbare, und sein Platz in der Welt bliebe leer.

aria, Mutter Gottes, nimm alle Frauen in deinen Schutz, in denen neues Leben werden will. Erbitte ihnen die Kraft, mit dir das "Ja" zu sprechen in Demut und Vertrauen, wie du es gesprochen hast in der Stunde der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.