rittes Geheimnis:
en du, o Jungfrau, zu Betlehem geboren hast
"...denn in der Herberge gab es für sie keinen Platz" (Lk 2,7)
as uns das Evangelium von der Geburt des Herrn berichtet, haben viele Künstler bildlich dargestellt, alte Lieder ranken innige Legenden um die Heilige Nacht. All dies ist eingegraben in unsere Herzen und erfüllt uns mit Licht und Freude.
ber wenn wir versuchen, uns selbst hineinzustellen in diese Geschehnisse, bleibt vorerst eine recht nüchterne Tatsache: Ein Kind kommt zur Welt, aber es ist kein Platz dafür, keine warme Stube, kein Bettchen. Ein Armeleutekind in einem Futtertrog.
ir entrüsten uns über den hartherzigen Wirt, über die gleichgültigen Bürger von Betlehem. Haben wir ein recht, sie zu verurteilen? In unserer klein gewordenen Welt wiederholt sich immerfort das Geschehen der ersten Weihnacht. Kinder werden geboren, für die es kein Bett, keine Nahrung, keine Heimat gibt ... nicht gerade um die Hausecke, aber doch so nahe, daß wir davon wissen. Und wir ändern dennoch nichts in unserem bequemen Leben, im besten Fall kaufen wir uns mit einem Lösegeld los... Gehen wir zweitausend Jahre zurück, zurück nach Betlehem. Hätten wir, so wie wir sind, das Kind in der Krippe als den Erlöser erkannt? So wie wir sind, hätten wir gewiß nicht zu den Hirten gehört, zu den Niedersten der Gesellschaft - und wir hätten den Gesang der Engel nicht vernommen, der nur den Ärmsten und Kleinsten vorbehalten war. Heute wissen wir, wer das Kind in der Krippe war: Der HERR ist zu uns gekommen, hat sich klein und arm gemacht, weil er auch den Ärmsten und Kleinsten liebt, dich und mich und uns alle! Können wir es überhaupt fassen, dieses einzigartige Geschenk: ER liebt uns! Denken wir aber auch daran, daß in jedem Kind Christus wiedergeboren werden will? Daß aus dem winzigen, hilflosen Geschöpf ein Mensch werden soll, in dem uns Christus begegnen will?
ir wenden uns erschreckt und ängstlich ab vor dem in die Irre gegangenen haltlosen Menschen; und doch war auch er einmal ein unschuldiges, hilfloses Kind, gerufen von der Liebe Gottes, berufen zu einem Leben in Gemeinschaft mit IHM - aber anvertraut den Menschen seiner Zeit.
ind wir nicht alle mitverantwortlich für jedes neue Leben, das neben uns heranwächst? Sollten wir nicht versuchen, Vorurteile abzubauen, die ein Kind seiner Herkunft, seiner Eigenart wegen an seiner Entfaltung hindert? Sollten wir nicht versuchen, auch das wenig liebenswert erscheinende zu akzeptieren?
s dürfte keinen Menschen geben, der sich verzweifelt und verbittert sagt: Niemand will mich, niemand hat mich gern...und doch gibt es deren mehr, als wir wahrnehmen.
er Mutter aller Mütter wollen wir alle Mütter mit ihren Kindern und uns selbst mit allen unseren Schwierigkeiten empfehlen:
aria, Mutter Gottes, sei mit allen Frauen, die in Schmerzen ihr Kind zur Welt bringen. Lehre uns, ihnen beizustehen und ihnen die Liebe sichtbar zu machen, die dein Sohn in die Welt brachte, unser Herr Jesus Christus, den du, o Jungfrau, zu Betlehem geboren hast.