iertes Geheimnis:
en du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast
"Deine Seele wird ein Schwert durchdringen..." (Lk 2,35)
ewiß war es damals für jede Mutter ein Freudentag, wenn sie ihren Erstgeborenen zur Darstellung in den Tempel brachte: "Heilig dem Herrn" - und Maria mag wohl geahnt haben, daß der Herr dieses ihr Kind ausersehen hatte zu Großem und daß es mit der vorgeschriebenen Opfergabe nicht zurückgekauft werden konnte wie andere Kinder.
ie aber muß es ihre Seele durchschauert haben bei den Worten des weisen , alten Mannes, der freudig den Herrn preist, da seine Augen das Heil gesehen haben. "Ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für dein Volk Israel", so spricht er von ihrem kleinen Sohn!
nd dann wendet er sich an die junge Mutter und spricht in geheimnisvollen Worten zu ihr, daß dieses Kind gesetzt sei zum Falle und zur Auferstehung vieler, und er segnet sie. Und dann fallen jene Worte, die ihre bangen Ahnungen bestätigen: "Deine Seele wird ein Schwert durchdringen..." Über der Freude an dem geliebten Kind steht bereits der Schatten des Kreuzes.
uch wir hoffen und bangen um den Lebensweg unserer Kinder. Wir betrachten die winzigen Händchen des Neugeborenen und fragen uns: Was werden sie einmal tun? Die kleinen Füßchen, welchen Weg werden sie gehen? Welches Schicksal erwartet unser Kind?
ir möchten es festhalten, behüten in unseren Armen, bergen an unserem Herzen, möchten alles Leid von ihm fernhalten. Wir möchten ihm den Weg ebnen in ein schönes, glückliches Leben. Dafür arbeiten wir, das Kind ist Sinn und Inhalt unseres Lebens geworden, und wir fühlen uns stark und imstande, ihm alles geben zu können, dessen es bedarf.
ir malen uns die Zukunft unseres Kindes aus, machen Pläne - es soll es ja einmal schöner haben, wir empfinden es als unser geliebtes Eigentum, für das wir keine Mühe, kein Opfer scheuen. Und stehen plötzlich bestürzt und verzweifelt vor der Erkenntnis, daß es nur eine uns anvertraute Leihgabe ist. Wir müssen die Ohnmacht unserer Liebe erkennen, die begrenzten Möglichkeiten unserer Fürsorge, wenn das kleine Lichtlein zu verlöschen droht oder wir selbst in Armut, Bedrängnis oder Krankheit geraten.
s ist gut und tröstlich, mit Maria vor den Herrn zu treten, ihm unser Kind darzustellen und anzuvertrauen. ER weiß den Weg und kennt das Ziel.
aria, Mutter Gottes, mit dir wollen wir unsere Kinder dem Vater empfehlen, in Demut und Vertrauen. Daß SEIN Wille an uns allen geschehen möge, wie er an dir geschah und an deinem göttlichen Sohn, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.