ünftes Geheimnis:
en du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast
"Kind, warum hast du uns das getan?" (Lk 2,48)
er könnte nicht nachempfinden, was in jenen Ostertagen geschah? Wir kennen die Vorbereitungen für eine Reise, die freudige Erregung und dann das gemeinsame Erleben schöner Tage. Und plötzlich ist das Kind verschwunden, im Gedränge verlorengegangen...
rei Tage der rastlosen, verzweifelten Suche, immer wieder die bange Frage: Habt ihr unser Kind nicht gesehen? Mitleidige Ratschläge, gleichgültiges Schulterzucken, versteckter Vorwurf...
nd endlich, endlich das Wiederfinden! Auch wir werden eines Tages die bekümmerte Frage an unser Kind stellen müssen: "Warum hast du uns das getan?" Bestürzt und fassungslos stehen wir vor der Tatsache, daß sich unser Kind von uns löst, seinen eigenen Weg geht, der so oft von dem von uns geplanten, erhofften abweicht.
ind, warum.... warum verstehen wir einander plötzlich nicht mehr, warum bist du uns so fremd geworden, warum rückst du ab von uns? Woher hast du diese rebellischen Ansichten, warum gerade diese Freunde, die doch keinen guten Einfluß auf dich haben! Wir wollen dir doch alle Schwierigkeiten abnehmen, aber du läufst weg, daß wir verzweifelt nach dir rufen und im Rundfunk durchgeben lassen: Komm bitte heim, es ist alles in Ordnung... und wir wissen doch, daß es nie mehr so sein wird wie in deiner Kinderzeit, denn du bist fast erwachsen und möchtest frei sein. Und wir fürchten um dich, fürchten um diene Zukunft, bangen um dein Glück, möchten verhindern, daß du Irrwege gehst. Und vergessen, daß wir selbst viele Umwege und Irrwege gegangen sind.
aria, Mutter Gottes, bitte für unsere Kinder, empfehle du sie dem Herrn! Und wenn uns auch die Wege dunkel und unbegreiflich erscheinen, erbitte uns Vertrauen und die Zuversicht, daß wir uns alle wiederfinden bei dir und deinem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, den du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast.