rittes Geheimnis:

er uns den Heiligen Geist gesendet hat

"Alle wurden mit Heiligem Geist erfüllt" (Apg 2,4)

ir feiern Pfingsten in einer "lieblichen" Zeit, aber es ist kein "liebliches Fest" - es ist ein Einbruch Gottes in unsere Welt. Brausen wie ein heftiger Sturm, Feuerflammen... sollte man da nicht flüchten, sich angstvoll verstecken? Es ist nicht mit menschlichem Maß meßbar, nicht vorausberechenbar, was geschieht, wenn Gott in das Weltgeschehen eingreift. Ist der Mann, der da vor allem Volk seine gewaltige, mitreißende Pfingstpredigt hält, noch derselbe Petrus, der noch vor wenigen Wochen seinen geliebten Meister dreimal verleugnete, der sich mit seinen Gefährten hinter verriegelten Türen und verdunkelten Fenstern verbarg aus Angst vor den Feinden? Der es nun wagt, ohne Furcht den Großen seines Volkes zuzurufen: "...diesen Jesus, den ihr ans Kreuz geschlagen und umgebracht habt, hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen..." (Apg 2,23 und 32).

ber auch die Zuhörer konnten sich dem Eingriff Gottes nicht entziehen. Sie waren ihrer viele und sie hätten die Anhänger Jesu, die ihnen da so schonungslos die Wahrheit vorhielten, ohne Mühe überwältigen können, aber: "...als sie das hörten, traf es sie ins Herz..." (Apg 2,37). Seit jenem pfingstlichen Geschehen haben sie immer wieder Zeugnis abgelegt vor der ungläubigen Welt - und viele "traf es ins Herz". Es war der Anfang und das Wachsen unserer Kirche. Der Kirche, die seit ihrem Anbeginn erbittert bekämpft wurde und doch gewachsen ist und Bestand hat und weiter wächst und wächst, bis an die Grenzen der Erde. Immer wieder haben Menschen Zeugnis abgelegt für diese Kirche, für diesen Glauben, durch zwei Jahrtausende hindurch und dieses Zeugnis mit ihrem Blut besiegelt, bis zum heutigen Tag. Der Heilige Geist wirkt auch in unserer Zeit, wir erkennen sein Wirken an den Menschen, die sich in einer glaubensfeindlichen Welt mutig zu Christus bekennen, obwohl sie wissen, daß ihnen ihr Bekenntnis Qual und Verfolgung und die Vernichtung ihrer Existenz einbringt. Wir erkennen sein Wirken in jedem jungen Menschen, der in einer gleichgültigen, spöttischen Umwelt für seinen Glauben eintritt - und in jedem Menschen, der durch seine Lebensführung und seine Einstellung zu den Mitmenschen die Liebe Gottes in der Welt sichtbar und spürbar macht.

ögen uns auch manchmal Angst und Sorge bedrängen vor der Ungewißheit unserer Zukunft, vor dem Schicksal der Welt, wir dürfen getrost sein; denn der Heilige Geist wird aus dem Dunkel das Licht, aus dem Bösen das Gute schaffen und das Angesicht der Erde erneuern.

eilige Maria, Gnadenvolle, du Mutter des Herrn und Mutter der Kirche, bitte für uns, daß wir uns dem Anruf Gottes nicht verschließen und durch unser Leben Zeugnis ablegen vor der Welt für unseren Herrn Jesus Christus, der uns den Heiligen Geist gesendet hat.