ünftes Geheimnis:

er dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat

nsere Phantasie reicht nicht aus, uns vorzustellen, wie Maria ihren Platz im Himmel einnahm, an der Seite des Sohnes, als erste vor allen Heiligen und Seligen, als Königin des Himmels. Der Platz, der ihr von Anbeginn vorbehalten war, ihr, die dem Herrn in leiblicher und geistiger Hinsicht am nächsten stand: als seine Mutter und als die Unbefleckte, Sündenlose.

ir sehen sie dargestellt mit Krone und Zepter, den Zeichen der Macht. Sollte uns ihre hohe Würde scheu und unsicher machen? Die Königin hat Macht - und sie ist Mutter: Macht und Liebe. Die Mutter liebt uns, die Königin hat unbegrenzte Möglichkeiten, uns zu helfen. Durch die Jahrhunderte hat sie ihre Liebe, ihre Macht bewiesen. An den Wallfahrtsstätten erfahren wir von ihrem rettenden Eingreifen in Menschenschicksale; Länder und Völker, die sich ihr anvertrauten, haben ihren Schutz und ihre Hilfe erfahren. Und wir hören von Begebenheiten, die mit dem Verstande nicht erklärbar sind.

ir nüchternen Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts lehnen oft allzu schnell ab, was wir nicht mit eigenen Augen sehen, mit unseren Händen greifen können. Wir verlassen uns lieber auf unsere eigene Kraft und Klugheit. Wir täten auch falsch daran, die Hände in den Schoß zu legen und auf ein Wunder zu warten, das uns die Steine aus unserem Weg räumt. Aber wenn wir tun, was uns möglich ist, wird Gott das, was uns nicht möglich ist, dazugeben - vor allem, wenn wir die Mutter und Königin um ihre Fürsprache bitten. Sicher nicht von ungefähr ist das Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana in der Heiligen Schrift festgehalten, ausdrücklich wird berichtet, daß Jesus es wirkte, weil seine Mutter darum bat und er ihren Wunsch erfüllte, obwohl "seine Zeit noch nicht gekommen" war. Das soll uns ermutigen.

on all den vielen Menschen, die an die großen Gnadenstätten pilgern, beladen mit Krankheit und Mühsal aller Art, gehen nur wenige geheilt nach Hause. Und doch geht keiner ungetröstet fort, wenn er in gläubigem Vertrauen zur Mutter ruft. Und es erscheint wohl als das größte Wunder, wenn ein Mensch die Kraft findet, die zuvor unerträglich scheinende Last anzunehmen und ihren Sinn zu ahnen.

eilige Maria, unsere Mutter und Königin, führe uns heraus aus der Enge und Dunkelheit, daß wir uns nicht an vergängliche Dinge verlieren und teilhaben dürfen an der Herrlichkeit deines Sohnes, Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.