rittes Geheimnis:

er für uns mit Dornen gekrönt worden ist

"Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen, den setzten sie ihm auf und gaben ihm ein Schilfrohr in die rechte Hand" (Matth 27,29)

pott ist wie ätzende Säure in offene Wunden. Wir fühlen uns gekränkt durch einen spöttischen Blick, verletzt durch ein verächtliches Wort. Das brodelt in uns und schreit nach Genugtuung:

...das brauche ich mir nicht gefallen zu lassen, schon gar nicht von dem,--- von der, die hat selber... und schon sind wir dabei, Jesus, der uns in jedem Menschen begegnen will, die Spottkrone aufzusetzen, vielleicht heimlich und hinterrücks auch einmal kräftig zuzuschlagen - und merken es nicht einmal, weil wir nur uns selber sehen, uns so wichtig nehmen.

önnte es nicht geschehen, daß wir eines Tages selber die Spottkrone aufgedrückt bekommen, von derben Knechtsfäusten, von heuchelnden Pharisäern? Kennen wir nicht selber den einen oder anderen, der von seinem umjubelten Podest stürzte, weil da irgend etwas verkehrt lief? Dann ist alles vergessen, was er gut und richtig gemacht hat, nur die Fehler sind sichtbar, wachsen mit jedem Wort noch ein wenig größer, wachsen ins Unendliche.

ragen wir uns, ob wir im Ernstfall den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen, uns an die Seite eines verachteten, verspotteten, der Volkswut ausgelieferten Nachbarn zu stellen? Hätten wir den Mut? Aus uns selber wohl nicht, auch dann nicht, wenn wir wüßten, daß es im Grund ja gar nichts Böses war, das einen Menschen zum Gespött der Öffentlichkeit werden ließ.

ielleicht blieb uns bis heute eine solche Entscheidung erspart, vielleicht haben wir uns aber auch schon versagt, uns zurückgezogen von dem oder jenem, den Verdacht, Verachtung, Verurteilung traf? Wir hatten Angst, diese Verbindung könnte unserem Ruf schaden, einen Makel auf unser eigenes Leben werfen, wir glaubten, Rücksicht nehmen zu müssen auf unsere Stellung, unsere Familie...

esus weiß, daß es schwer ist, ihm hier zu folgen. Er weiß auch, daß es manchmal schwer ist, im von Schicksal und Schuld gezeichneten Nächsten IHN zu erkennen. Und er weiß um unsere Schwäche, unseren versteckten Hochmut, unseren Mangel an Mut. Er hat sich erniedrigt, vor den Augen der Welt versagt, um, uns vertretend, vor dem Vater zu bestehen.

err, ich fürchte mich, lächerlich zu wirken, fürchte mich vor der Niederlage. Sollte es mir aber geschehen, dann laß mich auch in der Erniedrigung meine mir von dir gegebene Würde bewahren. Stärke uns alle, die wir der Vergänglichkeit und Unbeständigkeit weltlichen Urteils ausgeliefert sind, Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.