ORWORT

anchmal hört man, das Rosenkranzgebet sei nicht mehr aktuell, der moderne Mensch habe weder Zeit noch Ruhe für das eintönige Wiederholen immer gleicher Worte, er habe andere Formen des Gebetes gefunden, die zeitgemäßer seien.

ber auch in einer veränderten Zeit ist der Mensch gleichgeblieben, mit seinen Freuden und Schmerzen, seinen Ängsten und Hoffnungen und seiner Sehnsucht nach Stille und Geborgenheit.

ie großen Beter vergangener Zeiten wußten um die Kraft des Rosenkranzgebetes, und es ist ihnen und uns allen zum Segen geworden. Wenn wir die Mutter unseres Herrn durch ihr Erdenleben begleiten, spüren wir, daß sie uns nahe ist - und die Geheimnisse unseres Glaubens sind nicht mehr verblaßte Bilder aus längst vergangener Zeit. Wir erfahren, daß sich die Heilsgeschichte immer neu vollzieht, an uns selbst, in unserem Alltag. Es gibt viele Wege, die zu Gott führen. Ein sicherer Weg ist der Rosenkranz, ein Weg, gangbar für alle, die guten Willens sind. Er kann uns die innere Ruhe, das Wissen um Geborgenheit vermitteln, die Stille und Besinnung, die wir suchen und deren wir bedürfen, um die uns gestellten Aufgaben zu lösen. Die vorliegenden Betrachtungen mögen eine kleine Hilfe dazu sein.

Hall bei Admont, Juni 1977
Martha Wölger

Bemerkung:

Nihil obstat erteilt durch das Bischöfliche Ordinariat Linz mit Zahl 456/77.