ede Region österreichs beherbergt ihre eigene, durch Jahrtausende gewachsene Mundart, die durch ihre gebräuchlichen Ausdrücke und Redewendungen und der Klangfarbe bestimmt, ob sie hart oder weich, bellend oder melodisch, sanft oder urig, in jedem Fall aber vertraut klingt. Es ist schade, daß wir heute, in einer Zeit des Umbruchs, auch unsere Mundart zunehmend verlieren und vergessen, zugunsten einer europäischen Vereinheitlichung. Auch wenn wir Steirer alle noch Mundart sprechen, so sind dennoch bereits viele Ausdrücke oder Redewendungen in Vergessenheit geraten. Viele Worte in Mundart bedingen aber auch eine andere Satzstellung. Mit dem Verlust der Mundart verlieren wir auch einen Teil unserer Klangfarbe, unseres Charakters. Mundart-Dichter sind so auch Bewahrer einer sterbenden Kultur. Zur Verdeutlichung folgt hier ein kleines Glossar der in Martha Wölgers Werken häufig verwendeten Ausdrücke, die doch nicht mehr so selbst-"verständlich" sind:
aln - eilen
ararisch - staatlich
balei nit - beileibe nicht, keineswegs
Beank - Bergfink
beguatnt - betreut
Bein - Bienen
beläng - zu lang geworden
Bichl - Bühel, Hügel
Binklkramer - Hausierer
bleagazn - blinzeln
blessiert - verletzt
Bletzn - Wunde
brezlt - knistert
Budl - Verkaufstisch
bugln - gebückt gehen, sich plagen
in Bugl woschn - verleumden
büßert - stur, starr
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Dam - Daumen
da Droll ausgonga - die Lust zur Arbeit vergangen
dagama - erspähen
damurksn - ermorden
daselm - damals
daunigschupft - weggestoßen
dean - dienen
dusn - dämmerig
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eahna - ihnen, ihrer
ebnsta - eben jetzt
Edlstaudn - Erlen
ehnta - früher, vorher
enterbei - gegenüber
einweinberln - einschmeicheln
enterisch - unheimlich, unbehaglich
eppa - etwa, vielleicht
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Fadl - Schweine
Feichtn - Fichte
Feita - Feiertag
auf a Fenster gehn - einen heimlichen Besuch machen
fruadling - es ist schon alles gleich
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Gama - Lüsternheit
Gan - Funken
gameri - genäschig
a Gäumerl voll - kleiner Bissen
gaustern - wirbeln, wettern
geding - (gediegen) treuherzig, erwartungsvoll
gfeazt - spöttisch
gleim - nahe
gliefert - erledigt
Glong - Schlinge
gmoane Leut - einfaches Landvolk
Gmoankotter - Gemeindearrest
gmua - genug
Goaßl - Peitsche
Godern - Gattertor
gröbbisch - unfein, grob
gscheaglt - geschielt
gschmeckt - geduftet
gschmiert redn - hinterlistig, falsch
Gstauda - Gesträuch
Gsurms - aufgeregtes Gemurmel
guggascheckert - sommersprossig
gwunga - gewonnen
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ha boa - fürwahr
häuft - viel
hausn - laut jammern
Heah - Hühner
Heni - Honig
herent - diesseits
hergfedlt - übersiedelt
herzauna, zona - scheinheilig grinsen
hinauf zua - in ansteigender Richtung (Betonung 1.Silbe!)
hinton - weiter weg, auch: hingetan
Hirbsthoada - Herbstheidekraut
honfa Krawattn - Henkerstrick
hübsch - ziemlich
husi - eilig
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kam - kaum, auch: käme
Klaubauf - Krampus
kliabn - klieben, spalten
Koartatschn - Gerät zum Kämmen der Schafwolle
Kohlkrippn - Behälter zum Transport von Holzkohle
kolln - bellen
komot - angenehm, freundlich
Kotta - Kotter, Gefängnis
Kranewitt - Wacholder
Krempn - dürre äste
Kriacherl - kleine Zwetschken
Kroas - Kreis
kudern - kichern, lachen
Kump - Kummet, Teil des Pferdegeschirrs
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leicha - leihen
liagn - lügen
Lö'm - Löwen
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Mentscher - Mädchen
Mettn - Wirbel, Krawall
mirka - merken
Mirktüachl - Kreuzstichmuster
müan - müssen
Mugl - schwerer Brocken
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am nachantn - am nächsten
neama not -nicht mehr notwendig
netta - doch
Neusundakind - an einem Neumondsonntag geboren
nochiglost - nachgehorcht, gelauscht
nochivazöhln - nacherzählen, nachreden
Nodern - Natter, Schlange
notig - arm
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za oagn - zu eigen
oanaugert - dämmerig
Oaspeis - Eierspeise
an Oat - ein Stück
obirumpln - hinunterpoltern
odawihrn - abwehren
odraht - falsch, hinterhältig
Oltarl - Hausaltar
onklobn - angekloben (angehacktes Holz)
nit onmögn - nichts anhaben können
onpratzln - mit den Fingern berühren
ontrogn - anbieten, auch androhen
Ort - Ende
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parat - bereit
pfiatn - sich verabschieden
pfugazt - kichert
pledern - lärmen, flattern
plogg - geplagt
Pompadur - Handtasche, Stoffbeutel
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rar - seltsam, eigenartig
auf Ream schneidn - zu Riemen zerschneiden
Reid - Kehre
roatn - nachdenken
ch
da Schiach ongehn - Angst bekommen
schiagn - verklagen
Schliafa - Schmeichler
Schnofl ziagn - trotzig schmollen
Schober - Milchbrot
schodat - würde schaden
schodntante Kotz - schadentuende Katze (wörtl.)
schüchti - schüchtern, scheu
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Sechserl - kleines Geldstück
sempern - raunzen
spalt sih - widersetzt sich, geht schwer
Spoacher - großer Schritt
Stessa - Stoß
Stölln - Stellage, Gestell
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ins Taugn onfonga - zu behagen anfangen
Tochtl - Ohrfeige
tretnan ins Kraut - fügen ihm Schaden zu
Tumpf - Tümpel
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überbau'n - pflügen
übersi - obenauf, darüber
umigehn - hinübergehen, sterben
undonks - unversehens
urassn - verschwenden
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vadean - verdienen
vadodat - verdattert
vafliacht - verfliegt
vahobn - verhalten, zurückhalten
va oa - von einigen
vawaln - verweilen
verhatschln - verhätscheln, verwöhnen
verreahrt - verweint
vürgonga - geahnt
vürrupfn - vorhalten
vürschwanern - wortreich auf jemand einreden
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wia' - werde
wiadawöll - wie immer, wie es will
wiaran - wie er ihn
wischpln - flüstern
Woasala - arme, hilflose Geschöpfe, Waislein
woglat - wackelig
Wohlverleih - Arnika
wörtln - diskutieren
wurlert - unruhig, nervös
Wuserl - Küken
Wuzlwerch - Gedränge
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Zacha - Zähre, Träne
zaunen - lachen, grinsen
zedan - ködern, locken
Zerbn - Zirbelkiefer, Latschen
ziemen - scheinen
zoaggs ma - zeigt mir
zog - verzagt
zomt - samt
zuagroacht - hingereicht, geholfen
zumslt - zappelt